(Auf dieser Seite sind die Artikel „Das Centre Francais schließt“ und
„Schülerinnen und Schüler aus Kiew zu Besuch in Berlin-Mitte“.
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Zehn Tage Frieden für ukrainische Schüler
Zehn Tage Freizeit in Frieden. Kletterhalle, Reichstagskuppel und Dönertest.
Der Städtepartnerschaftsverein Berlin-Mitte (ehemals Bezirk Wedding) e. V.
hat Ende September einer kleinen Gruppe ukrainischer Schülerinnen und Schülern
Berlin eine Auszeit vom Krieg ermöglicht.

Die Gruppe aus Kiew.
Zehn Stunden Zugfahrt von Kiew nach Przemyśl und noch einmal zehn Stunden Zugfahrt von Przemyśl nach Berlin – und 15 Minuten vor Fahrplan rollt der Zug im Berliner Hauptbahnhof ein. Zwei Lehrerinnen und zehn junge Ukrainerinnen und Ukrainer, die im Kiewer Bezirk Schewtschenko in die 9. und 10. Klasse gehen, steigen leicht müde, aber auch fröhlich aus dem Waggon. Sie blicken sich um, suchen den Bahnsteig ab nach dem Empfang, den der Städtepartnerschaftsverein Berlin-Mitte (ehemals Bezirk Wedding) e. V. angekündigt hatte. Und dann blitzt es in ihren Augen, als sich Ukrainer und die Berliner Organisatoren des Schüleraustausches endlich finden.
Die zehn Schülerinnen und Schüler sprechen sehr gutes Englisch, weil sie in Kiew eine Schule mit Englisch-Schwerpunkt besuchen. Die Lehrerinnen dagegen sprechen gar kein Englisch. Doch der Städtepartnerschaftsverein hat nicht nur ein Erholungsprogramm auf die Beine gestellt, er hat auch an Dolmetscher (oder zumindest Sprachmittler) gedacht. Zehn Tage lang können die jungen Ukrainer den Krieg, der zunehmend auch die Hauptstadt Kiew erreicht, hinter sich lassen, sich erholen, die unbekannte Stadt an der Spree entdecken, an etwas anderes als an Drohnen denken. Mit Mauerpark, Gedenkstätte Berliner Mauer und Hochseilgarten am Nordbahnhof streifte das Erholungsprogramm den Gesundbrunnen.
Aus Sicht der Ukrainer war der Zweck des Besuchs außerdem, den Berliner Partnern die Stadt Kiew vorzustellen. „Kommt uns alle besuchen, sobald das geht!“ Mit diesen Worten endete ein Vortrag der ukrainischen Schülerinnen und Schüler während einer offiziellen Feierstunde mit der Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger.

BVV-Saal im Rathaus Moabit Berlin-Mitte
Ernst-Reuter-Schule war Partner
Der Besuch der Schülerinnen und Schüler wurde teilweise finanziert durch das Recreationprogramm der Deutschen UNESCO. Partnerschule im Gesundbrunnen ist die Ernst-Reuter-Schule, die eine von 300 UNESCO-Projektschule in Deutschland ist. Drei Tage verbrachten die zehn ukrainischen Schülerinnen und Schüler an der Ernst-Reuter-Schule unweit des U-Bahnhofs Voltastraße und kamen dort mit einer 8. Klasse zusammen. Lehrer Albrecht Barthel wechselte an diesen Tagen vom klassischem Unterricht auf Projekttage. Ein Geldgeber war auch die Erich-Müller-Stiftung und die Schaustellerfamilie Russ (Weihnachtszauber auf dem Gendarmenmarkt). Auch der Städtepartnerschaftsverein gab Geld.
Der Bezirk Mitte hat in diesem Fall kein Geld hinzugegeben. Im Haushalt hat er nur sehr geringe Mittel für Städtepartnerschaften reserviert. Im Titel 52906 „Repräsentation, Empfänge, Feierlichkeiten, Kontaktpflege“ stehen durchschnittlich 25.000 Euro pro Jahr bereit. Doch die Organisation eines Austauschs würde das Budget übersteigen. Deshalb hat der 67-jährige Ulrich Davids, von 2011 bis 2013 Jugendstadtrat in Mitte und heute Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins, ehrenamtlich Zeit gespendet, um den Austausch zu organisieren.

Der Städtepartnerschaftsverein Mitte (ehemals Bezirk Wedding) e. V.
Vom 19. September bis zum 2. Oktober fand der Schüleraustausch zwischen den beiden UNESCO-Projektschulen in Berlin statt. Ziel ist es, weitere Begegnungen der Schulen folgen zu lassen. Der Bezirk Mitte hatte im März 2024 eine Partnerschaftsvereinbarung mit dem Kiewer Rajon Schewtschenko unterzeichnet. Die Vereinbarung beinhaltet die Organisation und Beschaffung von Material und Ausrüstung zur Überwindung von Kriegsfolgeschäden, die Förderung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten in und zwischen beiden Partnerbezirken sowie den Austausch und die Initiierung gemeinsamer Projekte der Verwaltungen der Partnerbezirke.
Den Besuch der ukrainischen Schülerinnen und Schüler hat der Städtepartnerschaftsverein Berlin-Mitte (ehemals Bezirk Wedding) e. V. organisiert. Der Verein ist aus ursprünglich drei Vereinen hervorgegangen, die sich bereits seit 1993 für die Pflege von Partnerschaften des früheren Bezirks Wedding (heute: Mitte) engagieren. Der Verein unterhält bis heute Partnerschaften zu Bottrop (seit 1993), Kassel, Hamm (seit 1962), Higashiosaka/Japan (seit 1960), Holon/Israel (seit 1980), Mettmann (seit 1969), den Lahn-Dill-Kreis (seit 1962), Fethiye/Türkei (seit 1997) und Tourcoing/Frankreich (seit 1995). Auch die Partnerschaft mit Kiewer Rajon Schewtschenko füllt der Städtepartnerschaftsverein mit Leben. Vereinsvorsitzender ist Ulrich Davids.

(Ein Bericht vom 12.10.2025 , der Hauptteil und die Fotos sind von Andrei Schnell, mit Ergänzungen von Dominique Hensel. Beide sind Mitglieder im Vorstand vom Stadtteilverein Brunnenviertel e. V.
Das Centre Francais schließt bis 2027
Das Centre Francais schließt bis 2027 wegen Sanierung und Renovierung seine Pforten und hat dies zum Anlass genommen sich für diese Zeit von seinen Kooperationspartnern, Freunden und Berlinern zu verabschieden. Auch wir als Städtepartnerschaftsverein waren eingeladen und unser Vereinsvorsitzender wünschte dem Team um Florian Fangmann, dem Leiter der Einrichtung, eine reibungslose Bauphase und das der Zeitplan eingehalten werden kann. Um den Abschied etwas zu versüßen, übergab unser Vorsitzender eine kleine Torte an das Team.

Team mit Torte
(Ein Bericht von Ulrich Davids vom 28.10.2025)
